Forderung: Auf Wilhelmshöhe-Nord im Regionalplan verzichten

Auch die Initiative zum Erhalt des Ischeroth beschäftigte sich intensiv mit dem Regionalplan-Entwurf. Ihre klare Forderung Richtung Arnsberg: Die Rücknahme von Flächen für Industrie und Gewerbe rund um die markante Landmarke.

Die umfassende Begründung haben die Aktiven aus Bühl an die Regionalplanungsbehörde geschickt. Ortsheimatpfleger Rolf Kolb: „Nur durch den Verzicht auf diese Flächenausweitung kann der Regionalplan die selbst gesetzte bindende Vorgabe erfüllen, spezifische Landschaftsräume mit ihrer bewegten Topografie und hohem Waldanteil sowie ihrer Artenvielfalt zu erhalten.“ Die spätere Umsetzung von GIB-Wilhelmshöhe-Nord würde den Verlust von wertvollem Freiraum bedeuten, den Ischeroth als regionalen Grünzug zerstören, anstelle ihn aufgrund seiner klimaökologischen und lufthygienischen Funktionen als weithin sichtbares Landschaftsmerkmal zu sichern.

Thomas Löw verweist auf die formulierte Maßgabe der Regionalplaner, das raumbedeutsame kulturelle Erbe mit seinen prägenden Merkmalen zu erhalten, um den unverwechselbaren Charakter der Landschaft zu bewahren. Der Ischeroth besitze höchste Qualitäten als Regenerationsraum im Einklang mit der Umwelt.

Auf einen anderen Makel der Arnsberger Planüberlegungen weist Gerhard Böcking hin: „Die bisher ausgewiesene Industrieflächen-Nutzung um den Ischeroth widerspricht ganz ausdrücklich dem von der Bezirksplanungsbehörde für sich gesetzten Ziel einer nutzungskonformen Entwicklung, bei der für GIB ein möglichst ebener und großflächiger Standort gewählt werden soll. Eine Realisierung des jetzt vorliegenden Regionalplan-Entwurfes würde im Bereich „Wilhelmshöhe-Nord“ dagegen die teilweise erhebliche Abtragung eines Bergrückens und eine bis zu 40 Meter hohe Erdaufschüttung bedeuten.“

Sollte die Regionalplanung diese großflächige Waldinanspruchnahme weiter forcieren, widerspräche das den Vorgaben des Landesentwicklungsplanes, der fordert, Waldgebiete so zu erhalten, zu pflegen und zu entwickeln, dass der Wald seine Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion nachhaltig erfüllen kann. Schließlich gehöre das Plangebiet (Wilhelmshöhe-Nord) zum schutzwürdigen Biotop „Eichen-Birken-Niederwald Ischeroth“.

Angesichts ihrer GIB-Ablehnung begrüßt die Initiative ausdrücklich die kritische Haltung des Rates der Stadt Freudenberg zum Regionalplan-Entwurf. Im Blick hat die Ischeroth-Initiative dabei gerade die folgende Formulierung der offiziellen Freudenberger Stellungnahme: „Das Schutzgut Mensch muss für die hier lebende Bevölkerung daher insgesamt genauer betrachtet und deutlich stärker berücksichtigt werden als bisher und mindestens genauso wie Klimaschutz, Natur- und Artenschutz. Gefordert wird eine ausführliche inhaltliche Auseinandersetzung sämtlicher Festlegungen in Bezug auf deren Auswirkungen auf die Lebens-, Arbeits- und Wohnqualität einschließlich der Gesundheit für die hier lebenden Menschen und in Bezug auf die Zukunftsfähigkeit der Kommunen im Planungsraum.“

„Das hätten wir nicht besser formulieren können,“ zollt Rolf Kolb der Verwaltung Anerkennung. „Wenn sie nun zu ihren eigenen Worten steht, muss die Stadt von „Wilhelmshöhe-Nord“ Abschied nehmen,“ fordert Gerhard Böcking. Denn was die GIB-Ausweisung bedeutet, ist konkret in den Planungsunterlagen nachzulesen: Im GIB sollen sich insbesondere emittierende Betriebe niederlassen. Das sind solche, von denen Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen, Wärmestrahlung oder sonstige Strahlungen ausgehen.“ Ein solches „Highlight“ weit sichtbar über den Luftkurort Freudenberg zu platzieren und die Menschen im direkten Umfeld von Bühl und Büschergrund solchen Belastungen auszusetzen, könne keine zukunftsweisende Planung sein. „Das mit dem Schutzgut Mensch ist schon zutreffend!“

Bemerkenswert findet die Initiative ebenso die Abkehr der Stadt von den völlig überzogenen Gewerbeflächen-Forderungen der IHK. Denn die Stadt verlangt von Arnsberg in ihrer Stellungnahme, Zielvorgaben nach den tatsächlichen Bedürfnissen der Kommunen zu orientieren. Der von der IHK gelenkte Fachbeitrag Wirtschaft hatte im Gegensatz dazu gefordert „deutlich mehr Gewerbe- und Industriebereiche (GIB) darzustellen als Bedarfe nachgewiesen sind“.

Foto: Mike Salomon

Für ihren Antrag „Wilhelmshöhe-Nord“ der Umwelt zuliebe nicht mehr im Regionalplan auszuweisen, erwarten die Bühler die Unterstützung von Regierungspräsident Hans-Josef Vogel. Der hatte im Dezember 2020 bei der Vorstellung des Regionalplan-Entwurfs gesagt: „Wir wissen alle: Es reicht nicht, immer neue Klimaziele zu setzen, sondern wir brauchen konkrete Maßnahmen gerade vor Ort, um diese Ziele auch zu erreichen.“ „Ein kluges Wort“, findet Friedhelm Höfer. „Hier in Bühl am Ischeroth kann nun der Beweis angetreten werden, dass aus Worten auch Taten werden.“

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Protest gegen ein Gewerbe- und Industriegebiet am „Hausberg“ Ischeroth setzt sich fort

Ein wirkliches Naturerlebnis: Der Buchenwald mit seinen frischen, jungen Blättern am Fuße des Ischeroth. Gesundem Laubwald wie hier in Bühl im und am „Kalten Born“ wird eine immer größere Bedeutung zugemessen. Die Umweltministerkonferenz hatte Ende April 2021 noch einmal „vorausschauendes Handeln“ eingefordert, um „massive Klimafolgen für unsere Wälder abzuwenden“. Für Nordrhein-Westfalen gilt danach der Handlungsansatz „Wälder zu schützen, naturnäher zu bewirtschaften und dauerhaft klimastabiler, standortspezifischer zu entwickeln.“ 

Für Ortsheimatpfleger Rolf Kolb ist es deshalb überhaupt nicht nachzuvollziehen, dass dieser kostbare Wald im Quellgebiet des Lederbaches abgeholzt werden soll, um im Bereich der Löw-Kurve den Platz für eine riesige Erdaufschüttung zu bekommen. Das zeige einmal mehr die Fehlplanung für ein GIB-Wilhelmshöhe-Nord. Den Regionalplan-Entwurf bewertet die Initiative zum Erhalt des Ischeroth im Übrigen als ein höchst widersprüchliches Dokument. Es setze einerseits als Ziel, „regionale Grünzüge aufgrund ihrer klimaökologischen und lufthygienischen Funktion sowie zur siedlungsräumlichen Gliederung zu sichern und zu entwickeln“ (Seite 41, Erläuterungen). Andererseits aber, so kritisiert Gerhard Böcking, werde die prägnante Landmarke Ischeroth als GIB ausgewiesen. Welcher Art von GIB-Betrieben oberhalb des „Luftkurortes Freudenberg“ ihren Platz finden könnten, erläutert der Regionalplan-Entwurf auf Seite 71: „Emittierende Betriebe sind Betriebe, von denen Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen, Licht, Wärme, Strahlen und ähnliche Erscheinungen im Sinne des Paragraphen 3 Absatz 3 Bundesimmissionsschutzgesetz ausgehen.“

Dass weite Teile der Bevölkerung seit Jahren vehement gegen das Industriegebiet Wilhelmshöhe-Nord protestieren, ist bekannt. Nun haben sich die Regionalplaner noch einen Trick ausgedacht: Im viele hunderten Seiten umfassenden Regionalplan wird das Gebiet nun als „GIB 002 Lindenberg“ dargestellt. „Das ist eine bewusste Täuschung, die die Bevölkerung offensichtlich in die Irre führen soll,“ bringt dann auch Friedhelm Höfer seinen Ärger zum Ausdruck. Das habe nichts mehr mit einer Bürgerbeteiligung „auf Augenhöhe“ zu tun, unterstützt Thomas Löw die Kritik zu der „Tarn-Formulierung“. Das untergrabe ebenso das Vertrauen in die Stadt Freudenberg. Denn der Regionalplan-Text hebt den engen Schulterschluss für seine Festlegungen und Formulierungen mit den Gemeinden hervor (Seite 17 Einleitung): „Im engen Austausch mit den 33 von der Planung betroffenen Kommunen wurden im Sinne des Gegenstromprinzips die kommunalen Entwicklungsperspektiven und -wünsche identifiziert und bei der Erarbeitung des Entwurfs berücksichtigt.“ 

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Rundblick Ischeroth

Habt ihr die neuen Ausblicke schon erleben können? Nachdem viel Wald dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen ist, eröffnen sich neue Ausblicke auf dem Ischeroth. Folgt den Schildern und genießt das neue Panorama.

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Wegweiser zum Rundblick Ischeroth
Teil des Rundblicks – Neues Panorama
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Der Verein „Augen auf e.V.“ informiert:

Stoppt den Flächenfraß!

Ca. alle 10 Jahre werden seit den 70iger Jahren neue Gewerbe – Industrieflächen in der Stadt Freudenberg gesucht und gefunden.

Kein vernünftig denkender Mensch wird bestreiten, dass unsere Kommunen auf die Einnahmen von Gewerbesteuern angewiesen sind, um ihre Aufgaben erfüllen zu können. Um das zu erreichen, braucht es auch die Bereitstellung von Gewerbeflächen.

Um jeden Preis?  Wir sagen NEIN!!!

Der Verein Augen auf e.V. mit Unterstützung von BUND Kreis-Siegen Wittgenstein und BUND Altenkirchen positionieren sich aus folgenden Gründen GEGEN weitere Gewerbe – Industriegebiete besonders auf dem Ischeroth.

Wir sehen uns in unserer Befürchtung bestätigt, dass der Flächenfraß, d.h. eine immer gravierendere Inanspruchnahme intakter und oft genug schützenswerter Natur, ungehindert weiter geht.

Obwohl die Bundesregierung bestrebt ist, den Flächenverbrauch von bis zu 60 Hektar pro Tag (etwa 80 Fußballfelder) auf 30 Hektar (erst bis 2020, dann verlängert auf 2030) zu minimieren. In NRW sind es täglich 10ha die auf 5ha bis 2020 reduziert werden sollen. Von diesem Ziel sind wir noch weit entfernt.

Nach unserer Einschätzung fehlen hier häufig Augenmaß, Sachverstand und Verantwortung.

Geradezu typisch ist bei Diskussionen um Gewerbegebiete – nicht nur in Freudenberg- , dass die Befürworter in der Regel keine fundierten und seriösen Untersuchungen darüber vorlegen können, wie viele Arbeitsplätze und Gewerbeflächen man in Zukunft wirklich benötigt.

Häufig wird der Eindruck erweckt, als würden neue Gewerbeflächen automatisch auch entsprechend viele Arbeitsplätze und Gewerbesteuern für eine Kommune bedeuten. Hier wären konkrete Nachweise zu fordern und offenzulegen.

Wer sich nach neu erschlossenen Gewerbegebieten umschaut, wird feststellen, dass es sich bei den angesiedelten Betrieben häufig um Betriebsverlagerungen und/ oder -erweiterungen handelt, wobei dann eher selten neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Ein uneingeschränkter Flächenverbrauch im Bau- und Gewerbebereich ist sowohl ökonomisch, als auch ökologisch nicht mehr nachvollziehbar und auf Grund der nachweisbaren negativen Auswirkungen und Schäden auch unverantwortlich (Stichworte u.a.: Versiegelung, verbunden mit der unwiederbringlichen Vernichtung von natürlichen Bodenstrukturen und entsprechenden  Bodenlebewesen, somit gravierende Eingriffe in die Biodiversität, Schäden durch Emissionen auf verschiedenen Ebenen, unwiederbringlicher Verlust von lebenswichtiger Natur und damit Verlust von Lebensqualität bis in die nächsten Generationen hinein vollzogen…). Er ist auch oft genug Folge eines unangemessenen Konkurrenzdenkens und-kampfes unter Kommunen und sogar Bundesländern.

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) publiziert:

„Es ist die Aufgabe der Kommunen, die Wohn-und Lebensqualität ihrer Bürger zu erhalten, die Robustheit der Siedlungsstrukturen langfristig zu sichern und eine wirtschaftlich tragfähige Versorgung mit Infrastruktur bereit zu stellen“.

Dies erfordert, angesichts der durch die demografische Entwicklung beschränkten Wachstumserwartungen und der ökologischen und klimatischen Belastungen durch die Zersiedelung von Landschaft – und Naturräumen die Sicherung kompakter Siedlungsstrukturen und einen sparsamen Umgang mit der Ressource Boden.

Das Flächensparen muss für Städte und Gemeinden das übergeordnete Ziel sein und die Sicherung und Aufwertung des Siedlungsbestandes Vorrang vor der weiteren Ausdehnung des Siedlungsraumes haben.

Für eine solche Umorientierung auf Bestandssicherung und Bestandsaufwertung spricht auch die wachsende Attraktivität zentraler und integrierter Standorte für Wohnen und Gewerbe, Städte und Gemeinden können sich zukünftig weniger durch die Entwicklung neuer Baugebiete profilieren.

Um in der interkommunalen Konkurrenz um Einwohner und Arbeitsplätze mithalten zu wollen, müssen sie für eine hohe Gestaltungs- und Ausstattungsqualität von Wohn-, Misch- und Gewerbegebiete sorgen. Sie sollten folglich konsequent ihre Planungshoheit zum Flächensparen und zur Innenentwicklung nutzen.

Die Innenentwicklung sei künftig besonders im Hinblick auf eine ältere Bevölkerung wichtig. Es ist nötig in Zentrumsnähe komfortablen, ökologischen, seniorengerechten Wohnraum zu schaffen und die Teilnahme an Kultur und Infrastruktur zu steigern. Viele Ältere können damit im Gegenzug zu groß gewordene, Häuser „im Grünen“ für junge Familien freigeben. Zuletzt lässt sich auch das Grundgesetz unseres Landes heranziehen: In Artikel20a heißt es:

„Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.“

Ja zu Mensch und Natur – NEIN zu neuen Gewerbegebieten.

Der Regionalplanentwurf für neue Siedlungsflächen und Gewerbe – bzw. Industriegebiete u.a. für die Stadt Freudenberg ist aufgestellt. Alle Bürger und Bürgerinnen die für den Erhalt unserer schönen Heimat sind, bittet der Verein Augen auf e.V. jetzt zu handeln.

Bis zum 30.06.2021 können Bedenken und Einwende auf dem Postweg an Bezirksregierung Arnsberg, Dezernat 32 – Regionalentwicklung, Seibertzstraße 2, 59821 Arnsberg

•per Fax an 02931/82-2520

•per E-Mail an das Postfach beteiligung-mk-oe-si@bra.nrw.de

gesendet werden.

Einzusehen ist der Regionalplanentwurf zum Beteiligungsverfahren unter dem Link:

www.bra.nrw.de/3830311.

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„Gerlingen“ zeigt, wie Plan-Festlegungen Gemeinwohlinteressen zunichte machen

Ischeroth-Initiative: Freudenberg vor Fehlentwicklung schützen

Blick vom Ischeroth Richtung Freudenberg

„Wir beobachten mit Interesse, aber auch mit Schrecken die Industrieflächen-Diskussion in der Nachbargemeinde Wenden,“ äußert sich Bühls Ortsheimatpfleger Rolf Kolb. „Das sollte uns eine Warnung sein!“ Dort streiten Bürgerschaft und Kommune um die großflächige Ansiedlung eines US-Online-Versandhändlers im Gerlinger Gewerbegebiet.

„Wenn wir entscheiden könnten, würden wir dem Gemeinderat empfehlen, das Vorhaben abzulehnen,“ wird sogar der Wendener Bürgermeister in Zeitungsberichten zitiert. Aber – mit Blick auf den gültigen Bebauungsplan des Industriegebietes – besitze die Gemeinde keine Werkzeuge der Verhinderung.

„Diese Vorgänge müssen alle zum Nachdenken bringen, die in Freudenberg ein GIB Wilhelmshöhe-Nord noch befürworten, da doch alles nicht so schlimm werde und die Stadt alle Einflussmöglichkeiten habe, nur gewünschte Unternehmen dort unterzubringen,“ stellt Thomas Löw klar. „Vorbehalte“ könnten für einen ersten Verkauf zutreffen. Aber ein „Mittelsmann“ sei natürlich in der Lage, ein solches Grundstück gewinnbringend an einen nächsten „Vorhabenträger“ mit ganz anderen Bauabsichten weiter zu veräußern. „Das wird jetzt in Gerlingen drastisch vorgeführt, mit welcher Leichtigkeit Bürger- und Gemeindeinteressen beiseite gewischt werden.“

Gerhard Böcking sieht sich auch durch den aktuellen Entwurf des Regionalplans in der Ablehnung des Ischeroth-Industriegebietes bestätigt: „Dort wird noch einmal unmissverständlich klargestellt, dass ein GIB ausdrücklich solchen Betrieben vorbehalten sein soll, die wegen ihrer Standortanforderungen, ihrer Größenordnung oder ihres Störgrades nicht wohnverträglich sind‘“. Wörtlich heißt es da: „Emittierende Betriebe sind Betriebe, von denen Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen, Licht, Wärme, Strahlen und ähnliche Erscheinungen i. S. d. § 3 Abs. 3 Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) ausgehen.“

So etwas in unmittelbarer Nähe der Wohnbereiche Bühl und Büschergrund weithin sichtbar auf einem Plateau am Ischeroth vorzusehen, sei ein absoluter planerischer Fehlgriff, so Böcking.

„Gerlingen zeigt, es gibt keinen dauerhaften Schutz vor Fehlentwicklungen, wenn erst einmal eine Industrie-Kategorie in den Planfestlegungen festgeschrieben ist,“ zieht Friedhelm Höfer sein Fazit. Das werde womöglich den Waldgenossen jetzt von interessierter Seite anders dargestellt und die Hoffnung auf einvernehmliche und verträgliche Nutzungen geschürt. „Der Blick in die Nachbarschaft belegt, das sind Luftblasen, die ganz schnell zerplatzen.“

Jörg Bruland aus Büschergrund  zeigt sich erfreut über die aktuelle breite Unterstützung, die die Initiative zum Schutz des Ischeroth aus der Bevölkerung erfährt: „Die eint die Auffassung, dass aus Natur- und Klimaschutzgründen der markante Höhenzug erhalten bleiben muss und dass sich Freudenberg anders positiv entwickeln kann, anstatt auf diesem Berg neuer Anziehungspunkt für störende Industrie ortsfremder Firmen zu werden.“

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Ischeroth-Laubwald Abholzung würde „zukunftsfestem Waldausbau“ massiv widersprechen

Initiative wertet NRW-Waldschadensbericht als dringende Mahnung, Planungen für ein GIB Wilhelmshöhe-Nord nicht umzusetzen.

„Der aktuelle Waldzustandsbericht muss aufrütteln“, findet Bühls Ortsheimatpfleger Rolf Kolb. Die Darstellung des besorgniserregenden Zustandes der Wälder sollte wirklich Anlass zum Nachdenken und einer Neupositionierung für die Freudenberger Planungsabsichten sein.

Wenn jetzt gefordert werde, die vorhandene Waldgeneration müsse zukunftsfest ausgebaut werden, könne nicht gleichzeitig in Bühl oder Büschergrund wertvoller Laubmischwald großflächig geopfert werden, ist die Auffassung von Jörg Bruland aus Büschergrund und Thomas Löw aus Bühl.

Rund um den Ischeroth sind in den letzten Wochen viele Hektar von Fichten als Folge des Borkenkäferbefalls abgeholzt worden. Umso mehr müsse es gelten, die noch vorhandenen gesunden Waldflächen zu schützen. Sie seien als Landschaftsbestandteil, in ihrer Klimafunktion wie gerade auch als C02-Speicher unverzichtbar.

Für ein weithin sichtbares Industriegebiet „Wilhelmshöhe-Nord“, das im Regionalplan ausdrücklich für „störendes Gewerbe“ ausgewiesen ist, müsste im Bereich des Ischeroths massiv in den noch gesunden Laubwald eingegriffen werden. „Allein dies heute von Waldgenossenschaften in dieser Krisensituation für unser Klima zu fordern, ist eine Zumutung“, drückt Friedhelm Höfer aus Bühl seine Empörung aus. Alle Anstrengungen müssten jetzt vielmehr darauf ausgerichtet sein, Eingriffe in die noch gesunde Natur zu vermeiden und ein Landschaftsgefüge zu erhalten, das für saubere Luft, Stabilität des Wasserhaushaltes und damit für natürliche Lebensgrundlagen sorgt. Auch die aktuelle Pandemie zeige, wie wichtig ein Identität-stiftenden Naturraum für die Naherholung sei. „Zu einer gesunden Entwicklung kann das GIB Wilhelmshöhe-Nord nicht beitragen. Wald schützen muss die Devise sein – und das bedeutet, den Ischeroth zu erhalten,“ zieht Anne Ising aus Büschergrund das Fazit.

Der Waldzustandsbericht ist zu lesen unter: 

https://www.umwelt.nrw.de/presse/detail/wiederbewaldung-mit-mindestens-vier-baumarten-umweltministerium-stellt-waldzustandsbericht-2020-und-wiederbewaldungskonzept-vor-1605867200

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„Waldwirtschaft ist ein Generationenvertrag“

„Ganz klar: Das Tempo des Klimawandels wurde ein Stück weit unterschätzt. Neue Bäume wachsen nicht mal eben in einem Jahr hoch. (…) Waldwirtschaft ist ein Generationenvertrag, und nicht umsonst wurde das Prinzip der Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft geprägt.“
NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser

Ich bin eine große Anhängerin davon, die Leistung des Waldes als Klimaschützer und CO2-Speicher stärker als bisher anzuerkennen. Aber die Wälder sind ja noch mehr als Klimaschutz, sie sind zentral auch für den Schutz der Biodiversität und Hort für Tiere und Pflanzen. (…) Was Wald leistet, wird oft unterschätzt. Gerade in der Corona-Zeit war und ist der Wald ein Zufluchtsort, an dem die Menschen regelrecht aufatmen können.“

NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser

Quelle: Interview Siegener Zeitung 18. November 2020

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Ischeroth-Kalender

mit interessanten Texten und beeindruckenden Fotos

Eine besondere Freudenberger Landmarke macht von sich reden: Der Ischeroth, gleichermaßen „Hausberg“ für Bühl und Büschergrund. Die weithin sichtbare Anhöhe bietet nicht nur einen atemberaubenden Fernblick, sondern kann mit zahlreichen interessanten naturkundlichen Merkmalen und historischen Begebenheiten aufwarten.

In einer geschichtlichen Betrachtung über die Brüderstraße von Dr. Herbert Nicke heißt es zum Ischeroth: „Dies ist einer der schönsten Ausblicke zwischen Köln und Siegen.“

An der Stelle stand übrigens auch Johann Heinrich Jung, genannt Jung-Stilling, als er 1762 auf dem Weg von Hilchenbach über Siegen ins Bergische Land hin unterwegs war. Dem zweiten Band seiner Lebenserinnerungen „Heinrich Stilling Jünglingsjahre“ (1778) ist zu entnehmen, wie vom Ischeroth aus voller Heimweh Richtung Ginsburg und Giller blickt.

Einhundert Jahre zuvor soll „Bertram der Jäger“ auf der Ischeroth-Seite, wo die Wending entspringt, seinen Unterschlupf hergerichtet haben. So beschriebt es der Heimatdichter Friedrich Hué in seinem Buch.

Neben solch „literarischen Häppchen“ enthält der neue Ischeroth-Kalender zahlreiche kurze informative Texte zu Wald, Hauberg oder Quellen. Insgesamt 15 großformatige beeindruckende Fotografien zeigen besondere heimatliche Perspektiven zur Begleitung durch das Jahr.

Der hochwertige Fotokalender kann ab sofort zum Selbstkostenpreis von sechs Euro bezogen werden. Er ist über die Heimatfreunde in beiden Orten erhältlich, insbesondere in Bühl bei Rolf Kolb und dem Biohof Ohrndorf, sowie in Büschergrund bei Jennifer Wachsmuth und der Bäckerei Klaas (Verkaufswagen und Ladenlokal).

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Aktuelle Karte

Nachtrag zum Beitrag „Falsche Karte“ vom 8. September 2020

Die Karte, die in der Zeitschrift „DER FREUDENBERGER“ erschienen ist, wurde am 24.01.2018 auf einer Informationsveranstaltung der Stadt Freudenberg unter Planversion 6 vorgestellt.

In Büschergrund und Bühl wird derzeit über den folgenden aktuellen Plan vom 13.03.2019 gesprochen.

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Falsche Karte

Am Ischeroth scheiden sich die Geister. Das Pro und Contra werden politisch diskutiert, insbesondere vor der Kommunalwahl. Die Initiative zum Erhalt des Ischeroth, die sich vehement gegen ein neues Industriegebiet Wilhelmshöhe-Nord ausspricht, hatte deshalb die beiden Bewerber um das Freudenberger Bürgermeisteramt um eine Stellungnahme gebeten.

„Die Bürgerinnen und Bürger in und um Bühl wollen schließlich wissen, was die beiden Spitzenkandidaten zu der Problematik zu sagen haben,“ so die Initiative. Die Antworten von Nicole Reschke und Christoph Reifenberger waren dann auch Grundlage für einen Beitrag, der in der SWA-Beilage „DER FREUDENBERGER“ am 5. September erschienen ist.

Was aber nicht nur die Initiative verwundert: Ausdrücklich nahm die Bürgermeisterin Einfluss, den Artikel nicht mit einem Landschaftsfoto zu bebildern, sondern einen Lageplan zu veröffentlichen. Dieser fand nun auch den Weg auf die Seite 8 der Beilage. Für Kenner der Materie war allerdings sofort offensichtlich, dass es nicht die Karte ist, über die zuletzt mit den Grundstückseigentümern verhandelt wurde. Gezeigt wird im FREUDENBERGER der Plan, den der Baudezernent bei einer Informationsveranstaltung am 24. Januar 2018 gezeigt hatte – und der war bei den Waldgenossen wie der Bürgerschaft auf keine Gegenliebe gestoßen. Also wurde weiter geplant und den Stadtverordneten im März 2019 mitgeteilt, dass nun ein anderes „Modell“ Grundlage für weitere Gespräche sei.

Über die Gründe, warum die Bürgermeisterin altes Kartenmaterial in die Öffentlichkeit spielen ließ, kann nur spekuliert werden. Jedenfalls ist der Initiative wichtig, dass sie ausdrücklich nicht hinter der Veröffentlichung eines falschen Planes steht. „Wir sind entsetzt, mit welchen Mitteln die Bürgermeisterin hier arbeitet,“ zeigt sich die Initiative über die geplante Fehlinformation erstaunt.

Blick auf Bühl und den Ischeroth
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